Freitag, 28. April 2017

27. April 2017: München, die sicherste Stadt Deutschland/der Welt


Wussten Sie eigentlich, dass ich seit neustem in München wohne. Schee is do. Mia san mia. FC Bayern, 1860 München, Biergärten, das Hofbräuhaus und natürlich der Ozapft-Ude oder der Neue, der Reiter, der das mit dem Zapfhahn noch lange üben darf. Hier gibt es so viele unantastbare Dinosaurier, die man gut finden muss, dass jeder Preusse wirklich durcheinander kommen kann. Aber, das schaffen wir.

Heute wurde mir von der Tagesschau erklärt, dass Berlin die kriminellste Stadt in Deutschland ist und München, mein München, die sicherste. Geil! Alles richtig gemacht. Das verdrängt sanft den Gedanken und die Erinnerung, dass ich noch keine Woche hier wohnt und ich ein Fahrrad weniger zu meines Besitztümern zählen durfte.
Unmut von gebürtigen Münchnern schlägt mir entgegen: Fahrräder werden überall geklaut, beschwere dich, nicht du Unwürdiger, du Ketzer, du Schlechtmacher, oder wie es die Bayern sagen: Grattler. Völlige Ungläubigkeit macht sich breit, denn ich hatte doch nicht mal den Würstchen-Uli beleidigt, der als aufrechter Bürger den besten Fußballverein der Welt und Triple Gewinner 2017 anführt. Eigentlich wollte ich nur mein Fahrrad wieder, und ein bisschen Profil von meinen Sohlen, die ich ablief, weil ich den gesamten Ort nach meinem Bike abgelaufen bin. Der ortsansässige Lauftreff hat mich schon als seinen Vorsitzenden auserkoren. Ich habe übrigens noch nicht zugesagt. Wieso auch, es wäre einfach Betrug, ich würde diese schöne Stadt noch krimineller machen, ich wäre unwürdig!

Apropos: In meinem, Achtung Jugendwort, Block werden für ein offenes Fahrradhäuschen für ein Stellplatz drei Euro Miete im Monat fällig! Das halte ich zwar für kreativ, aber gleichzeitig auch für ein Verbrechen, ein schlimmes Verbrechen.

Foto: Stephan Bratek / pixelio.de

Montag, 3. September 2012

3. September 2012: "Ich HABE Husten", sagt Googelt!

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass man sich einfach einfach von allem Trennen kann? Trennen liegt voll im Trend. Die vergleichbare Übereinstimmung liegt immerhin bei Faktor vier. Sind die Blumen verwelkt, trennen wir uns einfach. Den Müll, politisch korrekt und energiebilanzierend Unsinn, trennen wir. Beziehungen trennen wir; Nähte werden getrennt, Freunde weg und getrennt. Trennen ist in Zeiten, wie diesen, einfach einfach einfach. Aber was machen denn diese Zeiten aus? Ist es die Schnelllebigkeit des socialmedia-dominierenden Kommunikationsverhaltens oder doch nur die Unzufriedenheit des allgemeinen Zustandes, die es der Weltbevölkerung so einfach macht sich zu trennen? Welchen Kassenarzt hat man eigentlich ins Gehirn geschissen, um eine Honoraranhebung von 11% von den Krankenkassen zu fordern? Antwort: Keinem! Denn eigentlich geht es nur um die Trennung von so unliebsamen Dingen. Nervige Nebenschauplätze, die einfach nur Ärger und Mühe machen. Bemühen und anstrengen ist uncool! Dann ist es doch einfach einfach den Preis für eine Verbindung so hoch anzusetzen, dann wird sich eben getrennt. Einvernehmlich und alle sind glücklich. Und dann kann man sich einfach hinstellen und sagen: Also ICH wollte ja gar nicht, aber der andere hat sich ja….! Ergebnis: Trennen. Genauso funktioniert das in Beziehungen, bei Freundschaften und bei verwelkten Blumen. „Ich wollte Sie ja behalten, aber die/der/das hat sich entschieden hässlich zu sein.“ Resultat: Trennen!. Ein Skandal! Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Aber man selbst kann ja einfach nichts dafür. Schuld sind wiedermal alle anderen. Kehren vor der eigenen Haustür ist einfach kein normalmenschliches Verhalten mehr. Lieber postet man, dass man aufgrund von Trennung jemanden zu kehren benötigt. Und die Schlange der Wartenden wächst stündlich, denn alle glauben, jetzt wo wir alles trennen, wird alles gut und schon sind wir wieder enttrennt. Und alle glauben: Jetzt wird alles besser und wir sind wieder glücklich! Ein Irrglaube; eine verletzte Ambivalenz und falschen Vorstellungen von dem eigenen Sein. Wenn man Käse denkt, wird auch die schönste Rose nach Käse riechen. Aber das ist die Schuld der Rose. Genauso wie der Kassenpatient einfach den Fehler begeht auch tatsächlich mal krank zu sein und seine Krankheit googelt. Wenn die Rose googeln könnte, dann würde sie es tun. Bestätigung findet man immer. Fragt sich nur von wem! Fragt sich nur, aus welchem Grund diese Bestätigungen erfolgen. Schon mal drüber nachgedacht? „Die Welt hat sich weiterbewegt. Lange Tage und angenehme Nächte“ (Freies Zitat aus „Der dunkle Turm“, Stephen King!).

PS: Die Ärzte brechen die Verhandlungen mit den Kassen ab. Google veröffentlicht zeitgleich den Dienst „Self-Health“, welcher mit Hilfe einer Spezial-Lasermaus-Perforationstechnik und automatischen Gesundheitzustandspostings die Trennung von Krankheit und Mensch beschleunigt. Die Welt ist gerettet.
Bild: Jerzy/pixelio.de

Dienstag, 3. April 2012

3. April 2012: Der liebe Gott "Gauck"elt uns was vor.

Puh, da macht man mal etwas Pause und irgendwie dreht sich die Welt trotzdem weiter: Wer es nicht mitbekommen hat, wir haben einen neuen Bundespräsidenten. Es ist irgendwie, entgegen aller Prognosen, doch nicht Hape Kerkeling geworden. Es ist der Joachim Gauck mit seinen zarten 72 Lenzen. Herr Gauck wurde uns schon  zur Wulff-Wahl vorgegaukelt. Dort noch nicht gekannt, hat er nun den C-Promi-Status bei der jetzigen Wahl ohne wirklichen Kandidaten. Irgendwie, wie ein aufgewärmter Priester und Menschenrechtler aus der Ex-DDR. Böse Stimmen behaupten ja, dass im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat nur sein Fähnchen in den Wind gehalten hat und gar kein Revoluzer war. Aber das müssen wirklich böse Stimmen sein, denn die deutsche Politik und die deutschen Vorzeigepolitiker glänzen ja seit Jahren mit ihrer bestechenden Ehrlichkeit und die Fähigkeit dem deutschen Volk zu dienen. Und um diese Aussage zu unterstreichen ist der Frühling in Deutschland eingezogen.
Die Sonne scheint und lässt das Leben und die Gemüter strahlen. Auch hier wird gegaukelt und zwar vom lieben Gott und Petrus gleichzeitig. Das ist jetzt ausnahmsweise keine Rückwärtiger Fingerzeig zu dem predigenden Bundespräsidenten mit ostdeutscher Historie. Wirklich! Ehrlich, reiner Zufall.
Ich halte es mit Kafka und sage: Ich klage nicht, ich klage nicht!
Bild: Gerd Altmann/Carlsberg1988  / pixelio.de

Donnerstag, 8. März 2012

8. März 2012: Ode an die Frauen

Sie ist unvorstellbar: Eine Welt ohne Frauen! Frauen sind das Salz der Suppe. Frauen sind der Sand in der Würste und das Wasser im Meer. Frauen sind einfach die Krönung der Schöpfung und man(n) möchte Gott täglich im Abendgebet danken, dass er Frauen erschaffen hat. Nur Chauvinisten lesen aus der Bibel heraus, dass die Frau quasi so ähnlich ist wie der Mann, halt nur irgendwie aus der Rippe, aber die wahren "Erkenner" bemerken diese Metapher, dieses Gleichnis und Lob preisen den genialen Einfall und die kreative Meisterleistung des Schöpfers. 
Heute ist Weltfrauentag oder wie er korrekt heißt Internationaler Frauentag.



Das soll es für heute mal mit dem Satirischen Ansatz zum Thema gewesen sein, denn der Hintergrund ist nicht eine Lobhudelei für Frauen an sich, sondern ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von Menschen und deren Zusammenleben.
Wikipedia sagt zur Definition folgendes: "Der Internationaler Frauentag oder kurz Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen."


Wenn nicht im Laufe der Jahrtausende die Menschen auf die Straßen gegangen wäre, um Rechte für sich einzufordern, die Gleichheit und Gerechtigkeit beinhalteten, wäre die Menschheit heute immer noch ein Haufen Primaten, wobei die Primaten bessere Manieren haben.


Doch was können wir eigentlich wirklich daraus lernen für uns und das Zusammenleben mit anderen Menschen? Abstrahiert und auf das wesentliche zusammengestückelt heißt es doch eigentlich: Wenn dir was nicht passt, dann mach den Mund auf. Setz dich mit der Situation und der Beteiligten auseinander. Und glaub an dich und das Zusammenleben.


Und deshalb werden hier keine Witze über Frauen, Männer, Kinder, Tiere, Blumen oder was auch immer noch in dieser Liste fehlt, gemacht!
Zu mindestens heute nicht! 


Bild: Von mir gemalt

Mittwoch, 29. Februar 2012

Folge 14: Das maskuline Kreuz mit der Fastenzeit

Wussten Sie eigentlich, dass wir in einer ganz besonderen Zeit sind? Eine Zeit, in der sich in erster Linie Frauen an die guten Vorsätze von Silvester erinnern und merken, dass sie nicht einen einzigen Vorsatz gehalten haben. Und weil das so ist und weil gerade zufällig der Fasching zu Ende gegangen ist, wo es eh mehr als unzüchtig und viel zu sündig zuging, ist es die beste Gelegenheit einfach mal inne zu halten, Buße zu tun und mit dem „Autofasten“, also mit dem Verzicht auf Annehmlichkeiten, zu beginnen. Und genau das tun die Frauen auch dann. Zu Beginn mit vollem Elan wird Gemüse geschält und verkocht, wird Wasser zum Lieblingsgetränk deklariert, aber der Elan schwindet – und zwar schnell. Die Laune wird mieser und dann schauen sie ihren Männern jedes Wurstbrot eifersüchtig in den Mund, kommentieren jeden Gang zum Bierholen mit einem erniedrigenden Kopfschütteln, das Mann sagen soll: „Du bist sooooo schlecht!“ Und irgendwie fängt Mann dann an, sich tatsächlich schlecht zu fühlen. Nicht aus diesem Grund, sondern aus Liebe zu der Partnerin und mit aller Gültigkeit in der Stimme sagt er dann: „Schatz, ich unterstütze dich in der schweren Zeit der Enthaltsamkeit nicht nur moralisch, sondern verzichte, so wie du!“ Waren es im Christentum die gebotene Enthaltung von Fleischspeisen und Tanzveranstaltungen, sind es nun Annehmlichkeiten, die man entsagen muss. Als Mann ist das ja leicht, denn vieles tun wir ja nicht, weil es uns so viel Spaß macht, sondern weil wir gezwungen sind. Alkohol trinken zum Beispiel. Kein Mann will einen Bierbauch, aber trotzdem trinkt man Bier. Da ist es doch nur logisch, dass es andere Dinge geben muss, die Mann zum Trinken von kalorienreichen Dickmachern zwingen. Antwort: Der weibliche Gruppenzwang! Ein Likörchen hier, ein Spritzino da, ein Sektchen zur Feier des Tages, ein winziges Schlückchen für den Kreislauf. Das ganze garniert mit einen Augenaufschlag in Richtung Mann: „Kannst du mal die Flasche öffnen?! (Du starker Held, ohne den nix wäre mit dem kühlen, quasi heilenden Nass)“ Und schon ist Mann gebauchpinselt und dem Zwang erlegen, diesen Sieg gegen den Flaschenkorken zusammen mit den Initiatorinnen zu feiern. Die Sünde, das zeigt dieses Beispiel und hat auch das Christentum schnell erkannt, war und ist die Frau. Und die Sünde ist eine Annehmlichkeit, stimmt´s? Fragt sich jetzt nur, warum die körperliche Liebe, ja, ich meine Sex, nie erwähnt wird, bei den Dingen, die zu den Annehmlichkeiten zählen. Ach ja, ich vergaß: Der Selbsterhaltungstrieb und der genetische Zwang zur Fortpflanzung. Zu diesem Zwecke selbstredend ohne Kondom, sonst funktioniert es ja nicht.
Bild: Stefan Bayer/pixelio.de